Campingtipps
 

Feuer und Flamme

Keine Sorge, hier geht es jetzt nicht um "Bitte nehmen sie einen Feuerstein, Stahl und viel Geduld" oder "das Hölzchen jetzt so lange reiben, bis es richtig heiß wird". Das sind Techniken, die man in Ruhe üben sollte und nicht erst, wenn man frierend in der Wildnis sitzt und feststellt, dass sein Feuerzeug leer ist. Ebenfalls geht es nicht um die Einhaltung von Sicherheit beim Feuermachen - jeder verantwortungsvolle Camper weiß, dass man kein Feuer unter einer trockenen Fichte macht oder am Rande einer ausgedörrten Wiese, auf die der Wind die Funken treibt.

Das typische Pyramidenfeuer kennen wir alle, es ist die klassische Lagerfeuerform, allerdings anfällig gegen Wind, nicht sehr geeignet, um darauf zu kochen und keineswegs sparsam im Verbrauch. Wenn man ein Feuer für praktische Zwecke und nicht als Ambiente für ein paar Lieder auf der Gitarre haben möchte, empfehlen sich andere Formen.

Polynesisches FeuerEtwas aufwendig, aber sehr sicher und sparsam als Kochfeuer sind das Jäger- und das polynesische Feuer. Beim Jägerfeuer ordnet man Steine (die trocken sein müssen, damit sie in der Hitze nicht zerspringen) in einer Halbkreisform an, so dass der Kochtopf sicher auf ihnen stehen kann - das Feuer wird in der Höhlung geschürt und, wenn es richtig brennt, nur noch mit trockenem Holz nachgefüttert. Das schöne an diesem selbstgebauten Herd ist, dass an einem kalten Abend die Steine noch lange die Hitze speichern und bereitwillig an kalte Hände und Füße abgeben.

Das polynesische Feuer brennt zur Sicherheit in einem steilen Erdloch - es ist geeignet, wenn sich ein Feuer in sehr trockenem Gebiet nicht vermeiden läßt. Die Öffnung muß groß genug sein, um ausreichend Sauerstoff an das Feuer zu lassen - die Holzscheite werden senkrecht an den Rand der Grube gestellt. Mit einer entsprechenden Dreibein-Konstruktion läßt sich auf dem polynesischen Feuer prima kochen.

Angeschnitzter AstNoch ein Tipp zum Entfachen des Feuers: feingeschnittene Birkenrinde ist der ideale Zunder, um kleine Zweige und dann damit dickere Äste zu entzünden. Auch trockene Zweige, die mit dem Messer schuppenförmig angeschnitzt werden, erfüllen diesen Zweck sehr gut. Trockenes Holz findet man übrigens besser an den Bäumen, in Form von abgestorbenen Ästen, als am Boden, wo es mehr Feuchtigkeit zieht.

Und leichter wird das Feuer für den Morgenkaffee, wenn man aus der sorgfältig mit Erde abgedeckten Glut des Abends noch neue Flammen pusten kann.